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Mein E-Auto, meine Kinder und ich

Oh mein Gott, ich sag’s euch, meine Kinder lieben unser neues E-Auto!

Wir haben uns für ein E-Auto entschieden, meine große Tochter hat den ganzen Hype um E-Autos auch schon mitbekommen und vor Aufregung geschrien, als ich ihr gesagt habe, was für ein Auto es wird. Und so schnell konnt ich gar nicht schauen und auch Lion hat mich jeden Tag gefragt „Wann kommt das Auto jetzt endlich?“ Irgendwie stehe ich auf „Weniger ist mehr“. Ein Auto, das von der Ausstattung her sehr reduziert ist und trotzdem viel hergibt. Und für die Kinder ist gerade der Innenraum bombastisch, ich sag nur: Riesenbildschirm mit lauter Gimmicks und Unterhaltungsprogrammen! Ja, man sollte die Kinder nicht allzu oft vor den Bildschirm setzen und ja, alles hat seine Grenzen, aber das ist mir in manchen Momenten eigentlich ziemlich wurscht. Man soll so viel, manchmal geht’s aber einfach nicht anders und basta.

Wer mich kennt, wird sich denken: Was macht Sindy bitte mit einem E-Auto?

Es wird sich schon alles irgendwie ausgehen

Mein Motto ist: „Es wird sich schon alles irgendwie ausgehen.“ Ich bin generell ein fauler Mensch, zwar ehrgeizig und motiviert, aber in manchen Situationen will ich einfach nicht und lasse es darauf ankommen.  Sodala, und das ist eine Einstellung, die absolut nicht mit einem E-Auto zusammenpasst. Wie geht sich das aus? Hier muss alles geplant werden: Wo ist die nächste Tanksäule zum Aufladen? Schaffe ich den Weg nachhause noch, damit die Kinder ins Bett kommen? Verdammt, wieder vergessen aufzuladen! Ich habe es echt geschafft, einmal mit meinen Kindern mitten in der Nacht bei Schneetreiben unterwegs zu sein und mit nur 1% Strom bei der nächsten E-Tankstelle anzukommen. Irgendwo in der Pampa, beide Kinder schlafend im Auto. Ich habe das Auto angesteckt und versucht, um halb zwei Uhr nachts nicht einzupennen. Ich musste für eine Stunde tanken, um mit einer guten Reserve wieder in Wien anzukommen. Da hab ich mir gedacht, manchmal geht sich halt nicht alles schon irgendwie aus.

Pädagogisch hochwertiges Programm? 

Wer mich kennt, weiß auch, dass ich nicht immer ein pädagogisch hochwertiges Programm für meine Kinder habe. Da werden auch schon einmal Fotos am Handy oder eine Serie am IPad geschaut, wenn ich gerade keine Zeit habe und arbeiten muss. Anders geht es sich nicht aus. Da hat das Auto auch einen Vorteil: Einmal im Monat, wenn der Patchwork- und Bürowahnsinn einfach zu viel wird, setze ich mich mit meinen beiden Kindern in das parkende Auto. Dort dürfen sie am Bildschirm machen, was sie wollen und ich kann in Ruhe arbeiten. Das ist manchmal einfach notwendig, damit ich alles schaffe und nicht durchdrehe.

E-Auto und Kinder? 

Also, falls sich jemand überlegt, ein E-Auto anzuschaffen, hier noch ein paar Infos. Die Reichweite ist ziemlich tricky, mein Tesla schafft Überland gut 300km, in der Stadt ca. 400km. An Anfang habe ich auch noch gedacht, ach, das geht sich alles locker aus, so weit fahr ich eh nicht. Aber das geht schneller, als man denkt. Wenn Coco mal schnell zum Tanzen oder Lion zu Oma und Opa gefahren werden muss, muss das Auto genügend aufgeladen sein.

Zusammenfassend ist ein E-Auto ganz cool, aber nicht immer unbedingt praktisch. Vor allem für planlose Menschen wie mich auch eine große Herausforderung, aber ich sag ja nicht, dass ich im Alter nicht auch noch etwas dazulernen kann. Und wer weiß, vielleicht werde ich ja durch das Auto ein bissal organisierter, die Hoffnung stirbt zuletzt 😉

Eure Sindy